Kommentar zur Bundeskanzlerin

November 26th, 2006

Frau Merkel will also eine Reform für die Versicherten. Nicht für die Leistungserbringer und, das wird nicht genannt, schwingt aber zwischen den Zeilen – nicht für die Kranken.

Das ist ja auch nur eine kleine Minderheit unter den Versicherten, also keine relevante Wählerschicht.

Berücksichtigt man die Inhalte der Reform, welche das demografische Problem nicht lösen, andererseits das Gesundheitswesen jedoch “durchregieren” wollen und den Wettbewerb auf die “Geiz ist geil-Mentalität” reduzieren, so beginnt man zu verstehen.

Dazu ein Wort von John Ruskin:johnruskin.JPG

“Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen.

Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Nach den Gesetzen der Ökonomie ist es unmöglich, wenig zu bezahlen und dafür viel zu bekommen. Wenn Sie bei dem Anbieter mit dem niedrigsten Preis kaufen, sollten Sie immer eine Summe hinzurechnen, um das Risiko auszugleichen, das Sie damit eingehen.

Wenn Sie das aber tun, haben Sie eigentlich genug Geld, um gleich mehr für eine bessere Qualität zu zahlen.”

Angela Merkel am 22.11.06

November 23rd, 2006

“Diese Reform ist eine Reform für Versicherte und nicht für diejenigen, die die Leistung erbringen”

Angela Merkel in ihrer 1. Regierungserklärung

November 23rd, 2006

“Wir müssen stärker anerkennen, wenn sich Menschen engagieren, wenn sie etwas leisten und wenn sie etwas aufbauen. Diese Menschen verdienen nicht unseren Neid, sondern unsere Dankbarkeit.”

Dr. Bittmann zum Vorsitzenden des NAV Virchow Bund gewählt

November 19th, 2006

Dr. Klaus Bittmann, der Sprecher des Bundesverbandes der
Ärztegenossenschaften, wurde am 18.11.2006 zum Vorsitzenden des NAV
Virchow Bund gewählt.
Wir gratulieren Kollegen Bittmann sehr herzlich zu seiner Wahl.
Der NAV Virchow Bund und die Ärztegenossenschaften haben damit
einen wichtigen Schritt zur Bündelung der Kräfte freiberuflicher ärztlicher
Interessenvertretung vollzogen.
Wir betrachten das als Hinweis, dass in den freien Verbänden der
freiberufliche Arzt im Mittelpunkt des Handelns steht.
Die Ärztegenossenschaft Thüringen wird die enge Kooperation der freien
Verbände ärztlicher Interessenvertretung nach Kräften fördern.

Ohne Selbstachtung werden Sie zu einem toten Rädchen

November 13th, 2006

Nehmen Sie Ihre ethische Verantwortung wahr. Sie sind – ebenso wie ich – nicht nur Absolventen einer bestimmten Fakultät, sondern generell als Akademiker gefordert, der Gesellschaft eine innere Haltung zu zeigen. Ohne Selbstachtung werden Sie zu einem toten Rädchen inmitten eines destruktiven Gesamtorganismus, der unausweichlich dem Tode geweiht ist.

RA Gebauer auf dem Ärztetag der Basis

Vertreterversammlung der KVT

November 10th, 2006

Am 8.11.2006 fand eine Vertreterversammlung statt. Auf Initiative von Koll. Dr. Jordan konnten wir den Stand des Projektes Ärztegenossenschaft Thüringen vorstellen. Von den gewählten Vertretern wurde diese neue Organisation als Bereicherung in der berufspolitischen und wirtschaftlichen Auseinandersetzung begrüßt.

Am Tag 26 nach der Gründung gratulierte uns die 1. Vorsitzende Frau Dipl.-Med. Feldmann zu unserer Wahl. Sie legte Wert darauf festzustellen, dass die von ihr mitinitiierte KBV-Konsult zu unserer Genossenschaft möglicherweise konkurrierend wirken wird. Weiterhin war es ihr wichtig klarzustellen, dass die Vertreter der Ärztegenossenschaft Thüringen nur dann an den ohnehin stattfindenden Versammlungen der KV-Kreistellen teilnehmen könnten, wenn die Genossenschaft dafür bezahlen würde. Sie als 1. Vorsitzende habe über die ordnungsgemäße Verwendung der KV-Gelder zu wachen.

Das Volk und die Macht

Oktober 28th, 2006

“Wenn die Oberen sich an die Regeln halten, dann wird auch das Volk einfach zu lenken sein.”  Konfuzius

Aktuelle Stunde im Thüringer Landtag

Oktober 20th, 2006

Das Thema der von der PDS eingebrachten Anfrage lautete
“Ärztegenossenschaft eine Alternative zur ärztlichen Selbstverwaltung”.

LandtagDie Anfrage wurde von Ruth Fuchs eingebracht und begründet. Es wurden so ziemlich alle Aspekte unserer Beweggründe und die zu Grunde liegende politische Großwetterlage dargestellt. Sie schloss mit der Forderung, diese Gesundheitsreform zu kippen, weil sie die ärztliche Selbstverwaltung und die flächendeckende Versorgung zerschlägt.

Die SPD begrüßte die Gründung der ägt und stellte fest, dass eine Alternative zur KV wohl nicht beabsichtigt sei, sondern ein Nebeneinander als Parallelorganisation. Bemerkenswert war der Schlusssatz, wonach die SPD ein staatliches Gesundheitssystem mit angestellten ambulant tätigen Ärzten positiv sehen würde, jedoch die Freiberuflichkeit durch das Grundgesetz geschützt sei.

Die CDU begrüßte die Gründung ebenfalls und stellte fest, dass es in den anderen Ländern schon seit 2000 ÄG’s gebe und Thüringen nun nachziehe. Im Übrigen hätten die Apotheker schon in den 30-iger Jahren Genossenschaften gegründet und nun endlich würden die Ärzte aktiv. Auch die CDU sieht keine Konkurrenzsituation zur KV.

Daraufhin betonte Frau Fuchs in der Diskussion nochmals, dass die ÄG-Gründung kein normaler Vorgang, sondern eine Reaktion der Freiberufler auf die Freigabe der ambulanten Medizin für einen ruinösen globalisierten Wettbewerb wäre.

Leider hat die FDP keine Sitze im Landtag. Auch die Gästetribüne kam nicht zu Wort. So wurde nicht thematisiert, dass diese Gesundheitsreform eine selten so deutlich gewordene Allianz der Staatsbürokraten und des Großkapitals gegen den Mittelstand widerspiegelt.

Besonders bedauerlich, dass die früher stets für staatliche Gängelung plädierende PDS sich hier als Anwalt der Freiberufler positionieren konnte. Ich mache mir da gar keine Hoffnungen, solange Herr Spieth die gesundheitspolitische Richtung dieser Partei mitbestimmt.